Ablauf Insolvenzverfahren

Mit der Insolvenzordnung (InsO) wurde 1999 in der Bundesrepublik ein einheitliches Insolvenzrecht geschaffen, dessen Neuregelungen am 01.12.2001 sowie zum 01.07.2014 in Kraft getreten sind. Es wird zwischen einem Regel- und einem Verbraucherinsolvenzverfahren unterschieden.

Regelinsolvenzverfahren steht offen für z.B.:

Verbraucherinsolvenzverfahren (Privatinsolvenz) steht offen für:

Grober Ablauf der Schuldenregulierung nach Insolvenzordnung für Verbraucherinsolvenzverfahren:

Hinweis: Siehe hierzu auch nebenstehende Bilder

1. Vorangestellt ist ein außergerichtlicher Einigungsversuch mit allen Gläubigern, den wir als Schuldnerberatung für Sie durchführen. Auf Basis eines Regulierungsplans unterbreiten wir Ihren Gläubigern ein Rückzahlungsangebot. Wird dieser Plan abgelehnt gilt der Plan als gescheitert. Anschließend kann das Insolvenzverfahren beim zuständigen Insolvenzgericht beantragt werden. Wurde der Regulierungsplan von allen Gläubigern angenommen, ist das Verfahren an dieser Stelle beendet. Durch Sie haben dann die mit den Gläubigern vereinbarten Zahlungen zu erfolgen.

2. Können Ihre Verbindlichkeiten außergerichtlich nicht getilgt werden, bereiten wir den Insolvenzantrag für Sie vor, der dann gemeinsam mit Ihnen besprochen und vervollständigt wird. Wir leiten diesen Antrag an das zuständige Insolvenzgericht weiter.

3. Bevor Ihr Insolvenzverfahren eröffnet wird, könnte auch das Gericht versuchen, eine Einigung zwischen Ihnen und Ihren Gläubigern herbeizuführen. Hierbei legt das Gericht den Gläubigern den bisherigen Regulierungsplan vor. Kommt eine Einigung zustande, entspricht dies einem gerichtlichen Vergleich. Nach Zahlung der im Schuldenbereinigungsplan festgelegten Beträge erlöschen die verbliebenen Forderungen. Bei Aussichtslosigkeit auf eine erfolgreiche Einigung findet dieses Verfahren nicht statt.

4. Eröffnung der Insolvenz
Das Insolvenzverfahren wird durch Beschluss eröffnet, der öffentlich bekannt gemacht wird. Ab Eröffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens müssen Sie die geforderten Pflichten erfüllen. Diese sind u. a.: Das Gericht setzt einen Insolvenzverwalter ein, der u. a. Ihr Vermögen verwertet und Ihr pfändbares Einkommen über einen Zeitraum von längstens sechs Jahren an Ihre Gläubiger verteilt. Zwangsvollstreckungsmaßnahmen Ihrer Gläubiger werden mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens unwirksam.

Restschuldbefreiung und Dauer des Verfahrens

Nach 6 Jahren kann die Restschuldbefreiung erteilt werden.

Verfahrenskosten

Die beim Verbraucherinsolvenzverfahren anfallenden Verfahrenskosten können auf Ihren Antrag hin gestundet werden. Somit hat jeder Schuldner Zugang zum Insolvenzverfahren.

Obliegenheiten

Während des Insolvenzverfahrens sind Sie u.a. verpflichtet: Wird gegen diese Pflichten verstoßen, kann das Gericht die Restschuldbefreiung versagen.

Ausgenommene Forderungen

Für Forderungen aus Bußgeldbescheiden, Strafbefehlen, Strafverfahren, Steuerhinterziehung, ggf. auch rückständigem Unterhalt und können Sie keine Befreiung erlangen. Diese Verbindlichkeiten müssen im Insolvenzantrag mit aufgenommen jedoch von Ihnen gezahlt werden.

Versagung der Restschuldbefreiung.

Die Restschuldbefreiung kann u. a. versagt werden, wenn Sie:

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